{"id":442,"date":"2020-10-12T11:19:22","date_gmt":"2020-10-12T11:19:22","guid":{"rendered":"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/?p=442"},"modified":"2026-02-14T14:50:24","modified_gmt":"2026-02-14T14:50:24","slug":"der-dialog-als-zentrale-haltung-fuer-das-gelingen-von-kompetenzorientierten-unterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/?p=442","title":{"rendered":"Der Dialog als zentrale Haltung f\u00fcr das Gelingen von kompetenzorientierten Unterricht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-445 alignleft\" src=\"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/PuS08.gif\" alt=\"\" width=\"912\" height=\"492\" \/>\u00dcber das Schaubild m\u00f6chte ich verdeutlichen, warum wir Unterricht in Deutschland anstelle marginaler Ver\u00e4nderungen komplett transformieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u2460 Aus der Handlungsstruktur aus der Psychologie wissen wir, dass wir in unserem Leben durch Erfahrungen Handlungsschemata verinnerlichen. Kommen wir in eine bekannte Situation, k\u00f6nnen wir diese mit unseren gespeicherten Handlungsschemata gut bew\u00e4ltigen. Kommen wir in eine neue Situation, versuchen wir diese zun\u00e4chst mit Hilfe unserer alten Handlungsschemata zu bew\u00e4ltigen. Das Bestehen der neuen Situation gelingt jedoch nur, wenn wir in der Lage sind, vorhandene Handlungsschemata zu erweitern und anzupassen. Somit entstehen neue Handlungsschemata. \u2461 Voraussetzung hierf\u00fcr ist jedoch die F\u00e4higkeit, die neue Situationen zu beurteilen. Und dazu ben\u00f6tigen wir Kompetenzen wie sie zum Beispiel im Deutschen Qualifikationsrahmen f\u00fcr ein lebenslanges Lernen sehr gut qualitativ und quantitativ beschrieben sind (<span style=\"color: #0563c1;\"><u><a href=\"http:\/\/www.dqr.de\/\">www.dqr.de<\/a><\/u><\/span>). \u2462 Diese Beurteilung findet immer mit Emotionen statt. Es treten u.a. soziale Probleme, Konfrontationen und Kommunikationsprobleme auf. Im Idealfall ergibt sich dabei eine Mitwirkung an Entscheidungsprozessen und es entsteht eine Selbstwirksamkeit. \u2463 Die Gestaltung solcher Kompetenzen f\u00f6rdernden Lernarrangements m\u00fcssen jedoch vor Ort in der Schule von den Beteiligten in gesellschaftlichen Willensprozessen, die an Kriterien lebenspraktischer Vernunft gebunden sind, ausgehandelt werden. \u2464<\/p>\n<p>Die Umstellung in handlungsorientierte Lehrpl\u00e4ne im dualen System erfolgte vor mehr als zwanzig Jahren genau durch einen solchen gesellschaftlichen Willensprozess \u00fcber die Neuordnung der elektrotechnischen Berufe. Zur Zeit werden in den Vollzeitbildungsg\u00e4ngen vorhandene Lehrpl\u00e4ne durch kompetenzorientierte Bildungspl\u00e4ne ersetzt. Wichtigstes Merkmal ist die kontextbezogene Verkn\u00fcpfung von Wissen und Kompetenzen in Lernsituationen.<\/p>\n<p>Das <i>Wissen<\/i> als zentraler Inhalt von Unterricht wurde\/ wird durch <i>Kompetenzen<\/i> ersetzt. In vielen Bildungspl\u00e4nen ist dieses schon verbindlich festgeschrieben. Das ist schon f\u00fcr sich eine gigantische Transformation der Bildungsinhalte von Schule. Diesem Prozess m\u00fcsste jedoch eine Transformation der Schule selbst als Institution folgen.<\/p>\n<p><a name=\"_GoBack\"><\/a> Zentraler Kern dieser Transformation sollte meiner Meinung nach eine Haltung sein, die unter allen Beteiligten (au\u00dferhalb und innerhalb der Schule) eine Dialog-Kultur zul\u00e4sst. Au\u00dferhalb von Schule funktioniert das zum Teil schon sehr gut (Neuordnung von Berufen, DQR). Ein Paradebeispiel ist die kompetenzorientierte Ausbildung von Kindertagespflegepersonen nach dem QHB. Sobald jedoch die Institution Schule ins Spiel kommt, ist ein Dialog nicht institutionalisiert. Weder in der Schulorganisation noch im Unterricht. In der Schule m\u00fcssen alle Beteiligten, Lehrerinnen und Lehrer, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an der Organisation und Umsetzung von Lernprozessen partizipiert werden. \u00dcber den Dialog wird (im Ideal) ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis von Lernen erzeugt. \u2465<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit H\u00e4ttie wissen wir, dass mit R\u00fcckmeldung \u00fcber den Lernerfolg nicht die Note einer Lernerfolgskontrolle gemeint ist. Auch die Hirnforschung hat viele wesentliche Erkenntnisse \u00fcber das Gelingen von Lernen herausgefunden. Diese f\u00fcr den Lernerfolg entscheidende Erkenntnisse m\u00fcssen endlich in die Gestaltung von Lernarrangements einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte die Umsetzung der in der Institution Schule aussehen: \u2466<\/p>\n<ul>\n<li>Der Wissenserwerb wird durch Kompetenzerwerb erweitert. Dieses kann nur durch eine \u00c4nderung der Unterrichtsarrangements erfolgen, die es auch zulassen, allumf\u00e4ngliche Kompetenzen zu erwerben (dazu geh\u00f6ren auch Konflikte und wie diese gel\u00f6st werden k\u00f6nnen)<\/li>\n<li>Der \u00fcberwiegend \u00fcbliche Frontalunterricht wird durch f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Projektunterricht abgel\u00f6st, der kontextbezogene Problemstellungen aufgreift und Handlungsprodukte zul\u00e4sst<\/li>\n<li>Das Planungsmonopol der Lehrerinnen und Lehrer (L. u. L.) wird zu einer Kooperation mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern (S. u. S.)<\/li>\n<li>Der Planungsprozess erfolgt \u00fcber die Bildung eines gemeinsamen (L. u. S.) Verst\u00e4ndnisses von Lehren und Lernen. Dieses setzt voraus, dass die L. u. S. Wissen \u00fcber Lernen, methodische und soziale F\u00e4higkeiten besitzen oder erwerben (Kompetenzen, z.B. nach dem DQR). Nur \u00fcber die Erm\u00f6glichung einer Selbstwirksamkeit k\u00f6nnen SuS zu Experten f\u00fcr ihr eigenes Lernen werden. Und dann klappt es auch besser mit dem Distanzlernen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Umsetzung ben\u00f6tigen Schulen zus\u00e4tzliche Ressourcen, die die L\u00e4nder personell und die Kommunen als Schultr\u00e4ger materiell m\u00f6glichst schnell zur Verf\u00fcgung stellen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Gesetzgeber hat die Transformation der schulischen Bildung eingel\u00e4utet. Nun m\u00fcssen auch die ben\u00f6tigten Bedingungen geschaffen werden. Dazu ben\u00f6tigen wir einen weiteren gesellschaftlichen Willensprozesses, der die Politik endlich zum Handeln n\u00f6tigt\/ zwingt. Ohne diese konzeptionelle Transformation wird auch die digitale Transformation in der Schule nicht gelingen, da alle Beteiligten, wie zur Zeit beobachtet werden kann, nicht die n\u00f6tigen Kompetenzen besitzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber das Schaubild m\u00f6chte ich verdeutlichen, warum wir Unterricht in Deutschland anstelle marginaler Ver\u00e4nderungen komplett transformieren m\u00fcssen. \u2460 Aus der Handlungsstruktur aus der Psychologie wissen wir, dass wir in unserem Leben durch Erfahrungen Handlungsschemata verinnerlichen. Kommen wir in eine bekannte Situation, k\u00f6nnen wir diese mit unseren gespeicherten Handlungsschemata gut bew\u00e4ltigen. 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