{"id":439,"date":"2020-09-08T17:51:08","date_gmt":"2020-09-08T17:51:08","guid":{"rendered":"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/?p=439"},"modified":"2026-02-14T14:50:24","modified_gmt":"2026-02-14T14:50:24","slug":"sehr-geehrte-verantwortliche-fuer-die-anschaffung-von-medien-fuer-schulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/?p=439","title":{"rendered":"Fehlinvestitionen bei der Anschaffung von elektronischen Tafeln vermeiden"},"content":{"rendered":"\n<p>Als Lehrer, der an Berufskollegs schon seit gut 20 Jahren \u201eNeue Medien\u201c einsetzt, m\u00f6chte ich Sie an meinen Erfahrungen bei der Nutzung elektronischer Tafeln teilhaben lassen. Dazu kommen die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen, die wir in diversen Arbeitskreisen zur P\u00e4dagogik und Digitalisierung meines Berufsverbandes vlbs austauschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verwendung von elektronischen Tafeln in Schulen ist sehr problematisch. Erfahrungen zeigen, dass die elektronischen Tafeln f\u00fcr schulische Verh\u00e4ltnisse sehr kurzlebig sind und nur 5-10 Jahre funktionieren und sehr schnell veraltet sind. Die Ersatztafeln besitzen eine neue Hard- und Software, so dass dann nach wenigen Jahren unterschiedliche elektronische Tafeln an einer Schule vorhanden sind. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn die Tafeln \u00fcber mehrere Jahre Schritt f\u00fcr Schritt angeschafft werden. Da Lehrerinnen und Lehrer ihre Unterrichtvorbereitung in der Regel individuell auf ihren Endger\u00e4ten erstellen, m\u00fcssen die elektronischen Tafeln Hard- und Softwarekompatibel sein. Und das sind sie trotz der Versprechen der Hersteller nicht. Die Kolleginnen und Kollegen nutzen auch schulform- und f\u00e4cherabh\u00e4ngig sehr unterschiedliche Hard- und Software. Der Physik- oder Mathelehrer hat ganz andere Anforderungen als der Deutsch- oder Musiklehrer. In den meisten F\u00e4llen gehen die Kolleginnen und Kollegen in die Klassenr\u00e4ume. Dort m\u00fcssen die jeweiligen Endger\u00e4te schnell an an die vorhandene Hardware angeschlossen werden und funktionieren. Im Alltag funktioniert das leider nicht. Die Konsequenz ist, dass die Kolleginnen und Kollegen schon nach wenigen Jahren die elektronischen Tafeln nicht mehr nutzen, da der Aufwand (Anpassung der Unterrichtsinhalte an verschiedene vorhandene Hard- und Software) nicht zu leisten ist. In nicht wenigen Klassenr\u00e4umen ist dann sogar ein R\u00fcckschritt zu beobachten. Der Tafel beraubt, nutzen Kolleginnen und Kollegen die R\u00fcckw\u00e4nde von Klassenr\u00e4umen f\u00fcr ihren Unterricht, indem sie mit Filzstiften auf kleinen Whiteboard-Flipcharts schreiben. Dazu kommt, dass viele elektronische Tafeln viel zu klein sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der schnellen Entwicklung auf dem Hard-und Softwaremarkt, darf die Hardware im Klassenraum nicht von Software abh\u00e4ngig sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr gute Erfahrungen haben meine Kolleginnen und ich mit folgender getrennten L\u00f6sung gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>An Stelle einer elektronischen Tafel werden ein hochaufl\u00f6sender Beamer, mit dem das Bild an die jeweilige r\u00e4umliche Klassensituation angepasst werden kann. Und ein an diesen Beamer vor Ort angeschlossenes Grafiktablett welches als Eingabeger\u00e4t an die Endger\u00e4te der Lehrerinnen und Lehrer angeschlossen werden kann. \u00dcber einen Switch k\u00f6nnen die Kolleginnen und Kollegen aber auch schnell ein im Raum vorhandenes Endger\u00e4t nutzen. Ebenso nat\u00fcrlich auch die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. So kann schnell der Unterricht beginnen und alle individuellen \u00c4nderungen sind unabh\u00e4ngig von der im Klassenraum vorhandenen Infrastruktur. Ein zus\u00e4tzlicher Vorteil ist, dass die Kolleginnen und Kollegen mit dem Gesicht zur Klasse stehen. Nur was funktioniert, wird auch genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres praktisches Problem ist der Einsatz von so genannter Lernsoftware. Sie muss auf allen unterschiedlichen Endger\u00e4ten funktionieren. Das ist kaum zu realisieren. Mittlerweile gibt es f\u00fcr fast alle m\u00f6glichen Unterrichtsarrangements entsprechende webbasierte Software. In Open Source Anwendungen wie der Lernmanagementplattform Moodle werden diese regelm\u00e4\u00dfig nach kurzer Zeit durch die Community eingebunden. Dort l\u00e4sst sich auch Big Blue Button, ebenfalls Open Source, einbinden. Big Blue Button ist eine f\u00fcr die Lehre entwickelte Konferenzsoftware die spezialisiert ist auf Gruppenarbeit. Anstatt viel Geld f\u00fcr Software-Lizenzen auszugeben, k\u00f6nnte man lieber die Open Source Community auch finanziell unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorteil solcher Webbasierter Open Source L\u00f6sungen ist die m\u00f6gliche Verwendung einfachster Endger\u00e4te ohne Betriebssystemabh\u00e4ngigkeit. So k\u00f6nnen einfache Notebooks mit Linux-Mint genutzt werden, die nur ein Bruchteil von Notebooks mit Betriebssystemen von Windows oder Apple kosten. Bei Linux-Mint ist die in Schulen ben\u00f6tigte Standartsoftware schon dabei und installiert. Da das Handybetriebssystem Android auf Linux basiert, kommen nach meinen Beobachtungen die meisten Sch\u00fclerInnen und Sch\u00fcler mit Linux besser zurecht als mit Windows.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorteil hierbei ist auch die wesentlich einfacher einzuhaltenden Datenschutzbestimmungen, da sich die Nutzerinnen und Nutzer nirgends registrieren m\u00fcssen. F\u00fcr die Anschaffung von Notebooks f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer stehen nur 600 Euro pro Notebook zur Verf\u00fcgung. Die ist nur mit Linux Mint zu realisieren. In \u00d6sterreich und in der Schweiz sind diese L\u00f6sungsans\u00e4tze schon viel etablierter.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stehe Ihnen gerne f\u00fcr R\u00fcckfragen oder Anregungen zu Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Lehrer, der an Berufskollegs schon seit gut 20 Jahren \u201eNeue Medien\u201c einsetzt, m\u00f6chte ich Sie an meinen Erfahrungen bei der Nutzung elektronischer Tafeln teilhaben lassen. Dazu kommen die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen, die wir in diversen Arbeitskreisen zur P\u00e4dagogik und Digitalisierung meines Berufsverbandes vlbs austauschen. 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