{"id":406,"date":"2020-06-04T18:14:21","date_gmt":"2020-06-04T18:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/?p=406"},"modified":"2026-02-14T14:50:24","modified_gmt":"2026-02-14T14:50:24","slug":"digitalpakt-schule-elektronische-tafel-vss-tablett-ipad-vss-rest-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/?p=406","title":{"rendered":"Digitalpakt  Schule &#8211; Elektronische  Tafel  vss.  Tablett  vss.  iPAD  vss.  &#8222;Rest der Welt&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Digitalpakt Schule l\u00e4uft an und die ersten Schultr\u00e4ger reichen ihre Antr\u00e4ge ein. Der Kampf um die 5 Milliarden Euro ist er\u00f6ffnet. F\u00fcr viele der daran Beteiligten in den zust\u00e4ndigen Schulverwaltungen und in den Schulen stellt sich nun die Frage, wie die zukunftsf\u00e4hige digitale Ausstattung vor Ort aussehen soll. Aber wie unterscheidet man industriell erzeugte Hype-Produkte von sinnvollen nachhaltigen Produkten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen Kommunen setzen sich die Beteiligten in den sogenannten Regionalen Bildungsb\u00fcros und Bildungsnetzwerken zusammen und entscheiden \u00fcber die digitale Zukunft ihrer Schulen. Eine gro\u00dfe Schwierigkeit besteht jedoch, eine h\u00e4ndelbare Infrastruktur f\u00fcr alle Schulformen von der Grundschule bis zum Berufskolleg zu schaffen. Und so entscheiden sich viele Kommunen f\u00fcr das iPad als Endger\u00e4t und damit auch f\u00fcr Apple-Produkte zu interaktiven Kommunikation untereinander. Eine solche Entscheidung f\u00fcr einen marktf\u00fchrenden Softwareriesen kostet den Bund , den L\u00e4ndern und den Kommunen jeweils j\u00e4hrlich Millionen Euros an Lizenzgeb\u00fchren. In vielen Schulen werden Kreide- und Magnettafeln zu Gunsten von interaktiven elektronischen Tafeln abgerissen, weil sie die einfache Interaktivit\u00e4t zwischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern versprechen. Warum werden solche Entscheidungen getroffen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil es am Anfang einfach funktioniert! Bei Microsoft sind die einzelnen Komponenten kompatibel, genauso bei Apple. Und was funktioniert, wird auch genutzt. Dieses ist aber kein Automatismus. Auch bei der interaktiven elektronischen Tafel sind Beamer, Stiftfunktion und Software in einem Paket vereint und doch werden sie zunehmend nicht genutzt, weil u.a. den Lehrerinnen und Lehrern nicht die Zeit gegeben wird, ihr Unterrichtsmaterial an die dort verwendete Software anzupassen. Und wenn dann auch noch verschiedene Modelle vom gleichen Hersteller nur abw\u00e4rts kompatibel sind, wird es wirklich aufwendig f\u00fcr die vor Ort agierenden. Dazu kommt, dass Lehrinhalte und die Umsetzbarkeit von Didaktik und P\u00e4dagogik nicht von einigen wenigen Firmen vorgegeben werden d\u00fcrfen. Es darf nicht sein, dass nur das M\u00f6glich ist, was Apple oder Smart und co. zulassen. Interaktivit\u00e4t zwischen denen am Lernen Beteiligten ist nicht einfach mal so zu initiieren wie es die Hersteller von Tabletts und elektronischen Tafeln versprechen. Es zeichnet sich ab, dass die Hersteller vorgeben, was unter Interaktivit\u00e4t im Lernprozess zu verstehen ist. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen an gemeinsamen Produkten arbeiten (und das ohne aufstehen zu m\u00fcssen). Dabei handelt sich bei der Interaktivit\u00e4t beim Lernen um wechselseitige und vielschichtige Kommunikationsprozesse. Oft auch nonverbal. Ein weiteres Argument, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen in ihrem eigenen Tempo lernen. Schaut man sich die Apps genauer an, so erinnern sie doch stark an das programmierte Lernen nach Skinner aus den 70er Jahren. Der Behaviorismus, der Lernen als Verfestigung von Wissen durch Frage-Antwort Ketten auffasst hat durchaus seine Berechtigung beim erlernen und \u00fcben von zum Beispiel sachlichen Zusammenh\u00e4ngen, wie beim Vokabeln lernen und beim Rechentraining. Lehrpl\u00e4ne sind heute zunehmend Kompetenzorientiert und gliedern sich in die Fachkompetenz (Wissen und Fertigkeiten) und die personale Kompetenz (Soziale Kompetenz und Selbst\u00e4ndigkeit). Lernapps und interaktive Tafeln von namhaften Herstellern erm\u00f6glichen die Erstellung von gemeinsam erstellten Produkten. Man k\u00f6nnte meinen, dass sie Konstruktivistische Lernarrangements erm\u00f6glichen. Ihnen fehlen jedoch f\u00fcr den Lernerfolg so wichtigen Konfrontationsphasen in denen das Gelernte in Beziehung und Kontext gesetzt wird. Also m\u00fcssen zum Gl\u00fcck doch wieder die Lehrerinnen und Lehrer ran. Aber dann wieder so wie fr\u00fcher, analog statt digital, weil Hersteller wie Apple ja nur die eigenen Apps zul\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lernen in einer digitalen Welt ist wie der gesellschaftliche digitale Wandel ein langwieriger Transformationsprozess. Die Technik schreitet so schnell voran, dass Schulen sich nicht in Herstellerabh\u00e4ngigkeiten geben sollten. Sie m\u00fcssen offen sein f\u00fcr vielf\u00e4ltige Entwicklungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Alternativen gibt es? Grunds\u00e4tzlich gilt auch hier. Nur was funktioniert, wird genutzt. Und Lehrerinnen und Lehrer nutzen das was sie sich zeitintensiv an Unterrichtsmaterial erarbeitet haben. Sie m\u00fcssen ebenfalls ihr Unterrichtsmaterial und ihre Unterrichtsmethoden \u201etransformieren\u201c. Das geht nur mit der Zeit. Anstelle von interaktiven Whiteboards sind Schulen wesentlich nachhaltiger aufgestellt, wenn sie gute Grafiktabletts mit Stiftfunktion und gute Beamer anschaffen. So k\u00f6nnen Lehrerinnen und Lehrer anstelle auf der Tafel zu schreiben auf dem Grafiktablet schreiben und ihre eigenen Endger\u00e4te weiter nutzen. Digitale Novizen k\u00f6nnen zun\u00e4chst wie bisher weiter arbeiten und haben die M\u00f6glichkeit sich Schritt f\u00fcr Schritt in die digital unterst\u00fctzenden Lernarrangements einzuarbeiten. In besonderen R\u00e4umen wie naturwissenschaftlichen Laboren gibt es in der Regel PCs mit besonderen Anforderungen. Sie k\u00f6nnen ebenso weiter verwendet und unkompliziert erneuert werden. Zudem sitzt oder steht der Nutzer mit dem Blick zur Klasse und verdeckt die Schreibfl\u00e4che nicht mit dem eigenen K\u00f6rper. Zuk\u00fcnftige Beamer mit h\u00f6herer Lichtst\u00e4rke und Aufl\u00f6sung oder neue PCs k\u00f6nnen herstellerunabh\u00e4ngig ausgetauscht werden. Bisherige und auch neue Software kann verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anstelle von Endger\u00e4ten mit herstellerabh\u00e4ngiger Lernsoftware sind Schulen mit webbasierter Lernsoftware nachhaltiger aufgestellt. Nicht unwesentlich viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben nicht die M\u00f6glichkeit sich f\u00fcr zu Hause ein iPad zum lernen anzuschaffen. Auch die Schultr\u00e4ger werden es bei knapp 11Mio Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern in der BRD nicht schaffen, ausreichend Endger\u00e4te f\u00fcr die Schulen bereit zu stellen. Es wird nur mit Bring your own device gehen. Webbasierte Lernsoftware und webbasierte Lernplattformen wie Moodle sind weitestgehend Endger\u00e4teunabh\u00e4ngig. Endger\u00e4te k\u00f6nnen schnell ohne Softwareinstallation ausgetauscht werden. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen zeit- und ortsunabh\u00e4ngig mit ihren Endger\u00e4ten arbeiten. Unterrichtsmaterial und Arbeitsergebnisse werden auf Lernplattformen gespeichert. So gibt es auch keine Probleme mit dem Datenschutz oder der Datensicherung wenn ein Ger\u00e4t verloren geht oder ausf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"538\" src=\"https:\/\/bildung-in-der-digitalen-welt.blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ReiheParallel-3R-1024x538.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-400\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Dieses &#8222;Tafelbild&#8220; wurde w\u00e4hrend meines Unterrichts mit der OpenSource-Software Sketchbook und einem Wacom Cintio Grafiktablet erstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. 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